Naturwissenschaftliche Verein Karlsruhe e.V.

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Auszug der Veranstaltungen 2019

Zu den Vorträgen des Naturwissenschaftlichen Vereins Karlsruhe e.V. (NWV) treffen sich Mitglieder und Interessenten immer dienstags im Max-Auerbach-Hörsaal des Karlsruher Naturkundemuseums. Die Pforte im Haupthaus ist ab 18.00 Uhr besetzt. Exkursionen oder Führungen erfolgen zu freien Terminen. Zu den Vorträgen und Exkursionen des NWV ist der Eintritt frei (Ausnahme: bestimmte Kooperationsveranstaltungen). Hinweis: Zum Besuch der Dienstagsvorträge besteht für Autofahrer ab ca. 18.00 Uhr Parkmöglichkeit im Museumshof (Einfahrt Lammstraße mit Schranke). Hierzu bitte an dem mit „Pforte“ bezeichneten Klingelknopf läuten.

 

Dienstag, 8. Januar 2019
Die Pendler der Meere – Mit U-Boot und Tauchflasche auf Spurensuche im Ozean
Vortrag von Uli Kunz (Kiel, http://www.uli-kunz.com)
Themenvortrag zur Dauerausstellung „Form und Funktion“ des Karlsruher Naturkundemuseums
Max-Auerbach-Vortragssaal, 18.30 Uhr

Der Meeresbiologe und Unterwasserfotograf Uli Kunz taucht auf seinen abenteuerlichen Expeditionen im Eis der Arktis ebenso gerne wie in den tropischen Korallenriffen und ist dabei immer auf der Suche nach bizarren Tieren im Meer. Bei Dreharbeiten des ZDF für einen Zweiteiler der Sendung Terra X suchte er in einem riesigen Unterwasser-Höhlensystem auf den Bahamas nach einem Urzeit-Krebs. Im Südpazifik fotografierte er singende Buckelwale und ließ sich von jungen Meeresschützern inspirieren. Und im offenen Blau des Atlantiks beobachtete er winzige Lebewesen, die trotz ihrer geringen Abmessungen Teil der größten Tierwanderung auf unserer Erde sind. Ulis größter Traum? Einen ganzen Eisberg zu fotografieren – von unten. Ob es geklappt hat, verrät er in seinem Vortrag. (alle Fotos: Uli Kunz)

 

Dienstag, 12. März 2019
Korallenriffe im Klimawandel
Vortrag von Prof. Dr. Helmut Schuhmacher (Universität Duisburg-Essen)
Themenvortrag zur Dauerausstellung „Form und Funktion“ des Karlsruher Naturkundemuseums
Max-Auerbach-Vortragssaal, 18.30 Uhr

Korallenriffe gehören zu den faszinie­rendsten Lebensräumen unseres Planeten. Sie beherbergen knapp 30% aller marinen Arten und bilden die größten Bauwerke auf der Erde – errichtet von winzigen, „primitiven“ Polypen. Leider sind sie durch den Klimawandel extrem gefährdet. Ihre Bauleistung als nachwachsender Küstenschutz bei steigendem Meeres­spiegel vor 109 Staaten ist bedroht durch Versauerung, d.h. unsichtbare Kohlendioxid-Anreicherung im Meerwasser (was die Kalzifikationsrate aller kalkabscheidenden Organismen beeinträchtigt), Treibhauseffekt (unnatürliche Erwärmung des Oberflächenwassers) sowie Sediment- und Nährstoffbelastung der küstennahen Gewässer. Anschauliches Bildmaterial informiert im Detail über die Schönheit des „Korallen-Kosmos“, die Effekte der pH-Absenkung im Meer, Auslöser und Folgen des coral-bleaching, Wirkungsweise der Sediment- und Nährstoffbelastung, Folgen des Meeresspiegelanstiegs, aber auch die Möglichkeit, lokale mechanische Wunden im Riff durch „Riffprothesen“ zu heilen, indem auf elektrochemischem Weg Kalk aus dem Meerwasser auf eine Besiedlungsmatrix für Korallenlarven abgeschieden wird, um so Trittsteine für die Wiederbesiedlung mechanisch degradierter Riffflächen zu schaffen. Das Verfahren wurde an der Universität Duisburg-Essen entwickelt.
(Abbildungen: Das Übersichtsfoto S. 4 zeigt die Formenvielfalt der Korallen. / Porites-Kolonie bei Aqaba; sie wurde zusammen mit Prof. Dullo vom Geomar Kiel, als Taucher im Bild über der Kolonie, untersucht. Die Kolonie ist von 1788 bis 1992 320 cm hoch gewachsen. / Acropora-Riff Akajima (Japan) mit heilem Riffaspekt – Alle Fotos: H. Schuhmacher)

 

Dienstag, 2. April 2019
Nichts für das „Krabbenbrötchen“ – Beobachtungen an zwei neozoischen Süßwassergarnelen in Deutschland
Vortrag von Dr. Gerhard Schoolmann (Karlsruhe)
Max-Auerbach-Vortragssaal, 18.30 Uhr

Schön und bunt sind sie, weit verbreitet in zahlreichen deutschen Aquarien, und es gibt viele Bücher sowie eine eigene deutschsprachige Zeitschrift über sie: Süßwassergarnelen. Dabei ist wenig bekannt, dass wir in Deutschland zwei neobionte Arten in sehr unterschiedlichen aquatischen Lebensräumen antreffen können. Im gesamten Rhein, einschließlich einer Reihe von Nebenflüssen, Häfen, Kanälen, Altwässern und angebundenen Baggerseen, lässt sich seit den 30er Jahren des vorigen Jahrhunderts die aus Südeuropa eingewanderte Europäische Süßwassergarnele (Atyaephyra desmarestii) nachweisen. Der deutsche Name ist etwas verwirrend, da es in Europa zahlreiche weitere indigene Garnelenarten gibt. Daneben breitet sich seit 2009 in Nordrhein-Westfalen, ausgehend von einem thermisch belasteten Nebengewässer der Erft, eine zweite, dort ausgesetzte Art aus: die Rückenstrichgarnele (Neocaridina davidi). Ihr ursprünglicher Lebensraum liegt in Ost-China. Der Vortrag vermittelt Erkenntnisse aus 10 Jahren Feldforschung zu diesen beiden Arten und zeigt ihre Einnischung in die neuen Lebensräume, Ausbreitungstendenzen und Populationsentwicklungen. (Foto: Gerhard Schoolmann)

 

Freitag 19. Juli 2019
Die Tier- und Pflanzenwelt der Baggerseen um Karlsruhe
Exkursion mit den Tauchern der Limnologischen Arbeitsgemeinschaft, Leitung Prof. Dr. Norbert Leist, in Zusammenarbeit mit dem Naturschutzzentrum Karlsruhe-Rappenwört
Anmeldung im Naturschutzzentrum unter 0721/950470 erwünscht
Treffpunkt: Baggersee Fuchs & Gros, 76344 Eggenstein, Kopfweg 8 (von der B36 nach Eggenstein und dann immer Richtung „Lithonplus GmbH & Co. KG“, kurz vor dem Werktor rechts auf den Parkplatz, dann geradeaus zum See)
Beginn 17.00 Uhr, Dauer ca. 2 Stunden

Baggerseen sind vom Menschen geschaffene Lebensräume. Nach dem Ende der Auskiesung werden sie meist fischereilich genutzt. Dabei finden die Ufer- und Wasserpflanzen sowie die Vogel- und Kleintierwelt aus dem Umfeld ihren Weg in das neu entstandene Gewässer, wo sich eine interessante Lebensgemeinschaft bildet. Dass sich auch Arten von weither einfinden, wird von den Tauchern der Limnologischen Arbeitsgemeinschaft des NWV regelmäßig beobachtet und dokumentiert. Für die Vorstellung sammeln die Taucher unter Wasser Pflanzen und Tiere, die dann vor Ort in Aquarien ausgestellt und mit ihren Besonderheiten besprochen werden. (Fotos: Armleuchter­algen / Schwämme mit Überdauerungsstadien, Dreikantmuscheln. – Fotos: Th. Holfelder).

Alles weiter zu dem NAturwissenschaftlichen Verein Karlsruhe, findet ihr unter

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